Wiedergutmachung

Kann es eine Wiedergutmachung für Zwangsarbeit geben?

Zwangsarbeiterinnen haben durch den erzwungenen „Arbeitseinsatz“ – abgesehen davon, dass sie für ihre Schwerstarbeit keinen Lohn erhielten – für den Rest ihres Lebens schwere gesundheitliche Schäden an Leib und Seele erlitten. Die Frage der Entschädigung oder Wiedergutmachung für diese Menschen ist bis heute nicht gelöst, weder von Seiten der Betriebe, die profitiert hatten, noch von Seiten des Staates.

Es ist klar, dass eine Wiedergutmachung nicht möglich ist. Es kann nur um moralische und materielle Entschädigung als Eingeständnis geschehenen Unrechts und Garantie eines ausreichenden Lebensunterhaltes gehen.

Dass den zur Zwangsarbeit gepressten Menschen Unrecht geschehen ist, ist immer mehr Deutschen im Laufe der letzten Jahre bewusst geworden. Anders sieht es hinsichtlich der materiellen Entschädigung aus. Einige Unternehmen haben in den 50er Jahren in Einzelfällen Entschädigungspauschalen für Zwangsarbeit zwischen 3.000 und 8.000 Mark pro Jahr und Arbeitskraft gezahlt. Auf staatlicher Seite gibt es einen Fonds für sog. Härtefälle, der jedoch so eng gefasste Bestimmungen enthält, dass viele NS-Opfer ausgeschlossen sind. Eine grundsätzliche Regelung für die Entschädigung scheiterte bisher an einer vordergründigen juristischen Argumentation: Zwangsarbeit sei kein NS-typisches Unrecht, sondern eine kriegsbedingte Maßnahme , die in den Bereich von Reparationen falle. Und die Prüfung aller Reparationsforderungen gegen Deutschland sind nach dem „Londoner Schuldenabkommen“ von 1853 bis zu einem Friedensvertrag zurückgestellt!

Im Oktober 1992 berichtete das Deutsche Fernsehen darüber, dass einer polnischen ehemaligen Zwangsarbeiterin eine „Entschädigung“ von 2.000 DM überwiesen wurde. Die Empfängerin allerdings war ein paar Tage vorher gestorben.

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