„Fremdvölkische“ Kinder in Bremer Lagern

Zur Zwangsarbeit kamen nicht nur Einzelne, sondern ganze Familien wurden verschleppt. Trotz des Versprechens, zusammen bleiben zu dürfen, wurden sie auseinander gerissen, schon deshalb, weil Männer und Frauen in getrennten Lagern untergebracht waren. Auch die Kinder dieser Familien wurden zum „Arbeitseinsatz“ herangezogen. Und es wurden auch Kinder in den Lagern geboren.

Über diese Kinder heißt es in einem Bericht des Regierenden Bürgermeisters von Bremen an den Reichsarbeitsminister vom 13. März 1944:

„Die für Ostarbeiter-Lager notwendigen Maßnahmen für eine geordnete Unterbringung, Erziehung und, soweit altersmäßig möglich, eine entsprechende Beschäftigung der zahlreichen Kinder und Jugendlichen sind vielfach erst im Anlaufen. Vom Ernährungsstandpunkt aus gesehen ist diese unproduktive Zugabe der vielen Kinder eine recht unerfreuliche Erscheinung. Zusätzlich müssen jetzt Säuglings- und Kleinkinderabteilungen unter Leitung besonderer weiblicher, den Lagerinsassen entnommener Arbeitskräfte geschaffen werden. Besonders die Beschäftigung der größeren Kinder wird neue unproduktive Kräfte binden.

Das Kinderproblem spielt allerdings nicht nur bei den Ostarbeiterinnen eine Rolle, auch bei Polinnen ist ein nicht unbedingt erfreulicher Kindersegen festzustellen, so das in einem kleinen Lager mit nur etwa 150 Polinnen für die nächste Zeitfast in Woche ein neuer Erdenbürger zu erwarten steht. Binnen Jahresfrist wird also die Zahl der Esser in Deutschland noch erheblich zunehmen, außerdem aber entziehen diese Säuglinge für ihre erste Ausstattung dem deutschen Kinde noch nicht unbedeutende Mengen an Erstlingswäsche, wobei die Beschaffung bei den geringen Vorräten den Großbetrieben noch vielfach leichter sein wird als der einzelnen deutschen Mutter.“

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